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Prägungsmuster3 Min. Lesezeit
Alte familiäre Loyalitäten: So löst du dich von alten Mustern
Unbewusste familiäre Loyalitäten und Prägungen aus der Kindheit beeinflussen unser Verhalten und unsere Beziehungen oft ein Leben lang. Erfahre, wie du alte Familienmuster erkennst, dich emotional von deinen Eltern löst und du zu mehr Selbstbestimmung findest.
Unsichtbare Muster steuern uns ein Leben lang, wenn wir nicht hinschauen.
Ganz egal, ob du heute eine gute Beziehung zu deinen Eltern hast oder nicht, egal, ob sie noch leben oder schon gestorben sind. Oder, ob du weit weggezogen bist. Ganz gleich, ob eure Beziehung von Liebe oder von Hass geprägt ist.
Was viele nicht wissen:
Familiäre Aufträge und Loyalitäten wirken unbewusst weiter.
Auch dann, wenn kein persönlicher Kontakt mehr besteht.
Stell dir vor, du hast als Kind das Gefühl bekommen, nie genug zu sein.
Du konntest Mama oder Papa nie wirklich zufrieden machen.
Also hast du gelernt, dich anzupassen.
Du hast eine hohe Leistungsbereitschaft entwickelt, bist fleißig geworden –
um es ihnen recht zu machen.
Und heute?
Machst du es deinem Chef recht. Deinem Partner.
Deinen Freunden. Deinen Kunden.
Immer mit dem Gefühl, noch nicht genug zu leisten – bis hin zur Erschöpfung. Oder stell dir vor, du hast als Kind erlebt, dass Mama oder Papa krank, schwach oder hilflos waren. Also hast du früh Verantwortung übernommen.
Erst für deine Eltern und Geschwister, dann für alle anderen irgendwie. Du siehst noch immer die hilflosen Kinder in anderen Erwachsenen und spürst diesen subtilen Drang, dich dauernd um ihre Gefühle und Bedürfnisse zu kümmern.
Oder du hast gelernt, besser still und ruhig zu sein, um Wut und Ärger deiner Eltern zu vermeiden. Also hast du dich zurückgenommen. Früher als Kind – und heute als Erwachsener. Du sagst Ja, obwohl du Nein meinst.
Du äußerst deine Meinung nicht, um Konflikte zu vermeiden. Und so ließe sich diese Liste endlos fortsetzen.
Die Strategien, mit denen wir uns an unsere Eltern angepasst haben, wirken ein Leben lang. Selbst dann, wenn wir längst auf Distanz gegangen sind. Selbst dann, wenn unsere Eltern nicht mehr leben. Unsere Kindheit ist unsere Prägung.
Sie ist die „Software“, mit der wir Beziehungen führen und in die Welt gehen.
Ganz egal, wie sehr wir glauben, unserem Elternhaus entwachsen zu sein.
Du kannst ans andere Ende der Welt gehen.
Aber die inneren Aufträge wie
- „Mama macht sich Sorgen.“
- „Du musst dich kümmern.“
- „Papa darfst du nicht enttäuschen.“
wirken weiter.
Die Lösung ist nicht Distanz. Die Lösung ist Bewusstheit.
Denn du nimmst deinen Prägungen überall hin mit.
Die Freiheit liegt hinter den Prägungen, nicht in der Flucht vor den Eltern. Es geht darum, die eigenen Schutzstrategien zu erkennen und die dahinterliegenden Konflikte zu würdigen: deine kindlichen Bedürfnisse – und die deiner Eltern.
Und dann beginnt die eigentliche Arbeit:
das auszudrücken, was damals keinen Raum hatte.
Zum Beispiel deine Wut. Deine Enttäuschung. Deinen Schmerz darüber, dass deine Eltern emotional nicht für dich da waren. Nicht destruktiv gegenüber den Eltern oder Verwandten sondern im geschützten, neutralen Rahmen. Im Coaching. D. h. dies Emotionen heute als Erwachsener auszudrücken, die damals nicht sein durften: Wut und Trauer.
Damit die Energie, die seit damals in dir gebunden ist, sich lösen kann.
Dieser Ausdruck schafft echte Grenzen, schafft echte Ablösung.
Nicht bloß im Kopf, sondern emotional und sogar neuronal.
Und genau dort beginnt dein Leben frei vom Korsett alter Tage.
Liebe Grüße
Julian