Zum Inhalt springen
Alle Beiträge
Veränderung2 Min. Lesezeit

Wie Trigger uns helfen

Was uns an anderen Menschen triggert, kann auf Anteile in uns selbst hinweisen, die wir ablehnen oder unterdrücken. Oft liegen die Wurzeln dafür in unseren frühen Kindheitserfahrungen und dem Wunsch nach Liebe und Zugehörigkeit. Wenn wir unsere Trigger verstehen und verdrängte Anteile annehmen, schaffen wir Raum für echte Nähe und tiefere Beziehungen.

Verschiedene gelbe Emojis auf einem Smartphone-Display mit Fokus auf einem lächelnden Gesicht mit drei roten Herzen.
Was du an dir selbst liebst, liebst du auch an deinen Mitmenschen (und Kindern). Und was du an beim anderen ablehnst, hat mit Anteilen in dir selbst zu tun, die du nicht annehmen kannst.
Liebst du beispielsweise Eigenschaften wie Gehorsam, Treue oder Fleiß, wirst du sie auch an deinem Mitmenschen schätzen. Lehnst du hingegen Ruhe, Entspannung oder Autonomie in dir selbst ab, fällt es dir schwer, genau diese Eigenschaften bei deinem Kind, Freund, Kollegen oder Partner zu akzeptieren.
Das, was wir an anderen mögen oder ablehnen, erzählt also mehr über uns selbst als über den anderen. Darin liegt der Kernkonflikt jeder Beziehung und ganz besonders der Eltern-Kind-Beziehung.
Anders ausgedrückt: Uns triggern genau die Verhaltensweisen, Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle anderer Menschen, die wir in uns selbst ablehnen.
Als Kinder haben wir die Erfahrung gemacht, dass genau diese Anteile nicht willkommen waren. Unsere Bedürfnisse wurden abgewertet, unsere Gefühle sanktioniert oder unser natürlicher Ausdruck (Trauer, Nähe Wut, Distanz) eingeschränkt.
Um die Liebe und Zugehörigkeit unserer Eltern zu bewahren, haben wir gelernt, genau das zu unterdrücken, was sie überfordert hat. Es war unsere Lösung, um die wichtigste Beziehung unseres Lebens aufrechtzuerhalten – die Beziehung zu unseren Eltern.
Mit diesem Programm werden wir erwachsen. Wir halten in unseren Beziehungen dann weiterhin die Anteile zurück, die wir als Kinder unterdrücken mussten.
Dadurch entsteht ein innerer, aber auch ein spürbarer äußerer Abstand zu unserem Partner, zu Freunden oder Kollegen. Wenn wir uns selbst unterdrücken, können wir uns dem anderen nicht vollständig zeigen.
So bleibt das schale Gefühl, nicht wirklich gesehen zu werden und gleichzeitig den anderen nie wirklich zu kennen.
Warum? Weil es einen Bereich in uns gibt, den wir verstecken. Unbewusst glauben wir immer noch, dass wir genau diesen Teil von uns nicht zeigen dürfen, weil wir sonst wieder riskieren Liebe, Zugehörigkeit oder Anerkennung verlieren.
Jeder Trigger ist deshalb ein Hinweis auf einen Teil von uns, der nicht gesehen, angenommen und gelebt werden durfte.
Solange wir diesen Anteil ablehnen, werden wir ihn auch im Außen bekämpfen. Erst wenn wir ihn in uns selbst annehmen, können wir auch anderen – und besonders unseren Kindern – in diesem Anteil wirklich begegnen.
Deshalb verbirgt sich in jedem Trigger ein Geschenk. Wir können uns über die Trigger selbst kennenlernen. Wir können uns fragen, was hat diese Situation und meine Reaktion mit mir selbst zu tun? Welcher Anteil in mir will gerade gesehen werden?
Liebe Grüße Julian
Artikel teilen