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Warum Verdrängen keine Lösung ist

Warum verdrängen wir Gefühle und emotionalen Schmerz? Erfahre, wie alte Muster, Selbstverleugnung und ständiges Funktionieren unsere Lebensqualität beeinflussen.

Eine Frau drückt mit angestrengtem Gesichtsausdruck gegen eine weiße Kleiderschranktür, aus der Kleidung herausquillt.
Viele Menschen suchen Ablenkung – vor dem emotionalem oder körperlichem Schmerz.
Sie flüchten sich in Termine, Arbeit, Beziehungen, Alkohol, Netflix, Sport und dem Handy. In der kindlichen Hoffnung, dass der Schmerz verschwindet, wenn man nur lange genug wegsieht.
Doch Schmerz geht nicht einfach weg, nur weil du die Augen schließt. Im Gegenteil – er bleibt. Und er findet Wege, sich zu zeigen, egal wie kreativ du bist.
Denn dein Geist wird dich früher oder später zum Innehalten zwingen.
So lange du nicht bereit bist, hinzusehen, wird dein Körper lauter – mit Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Verspannung, Angst. Und wenn du es dann noch ignorierst, spricht dein System in einer anderen Sprache: Burnout. Depression. Krebs.
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Manche brauchen eine Depression oder eine Chemotherapie, um umzudenken. Andere hilft nicht einmal das – sie machen weiter wie bisher. Und werfen ein Leben weg, bevor es gelebt wurde.
Am Ende ist es immer eine Entscheidung – für oder gegen das Leben. Keine Krankheit fällt einfach so vom Himmel. Aber auch Glück und echte Lebensfreude tun das nicht. Beides braucht Energie – und die Frage ist:
Wo steckst du deine Energie eigentlich rein?
In Überstunden, die dich kaputt machen? In eine Beziehung, die längst vorbei ist?
Oder in den Mut, dich neu zu orientieren – beruflich, privat und emotional?
Es sind selten die großen, offensichtlichen Entscheidungen, die uns krank machen. Es sind die kleinen täglichen Kompromisse mit uns selbst. Das ständige „Ich funktioniere schon irgendwie“. Das "Ach so schlimm ist`s ja nicht."
Und irgendwann kommt der Bumerang zurück – mit voller Wucht.
Warum also laufen so viele mit offenen Augen ins Unglück?
Weil viele von uns gelernt haben, sich selbst zu verlassen, statt sich selbst zu vertrauen. Weil wir aus Kindheit, Familie oder früheren Erfahrungen Programme mit uns tragen, die uns auf Autopilot durchs Leben steuern. Ein Autopilot mit veralteter Software. Eine Software die fehlerhaft und nicht mehr zeitgemäß ist.
Die gute Nachricht: Diese Programme sind Gründe – aber keine Ausreden. Du bist erwachsen. Du kannst dich neu entscheiden.
Ja, es ist unbequem. Ja, es kostet Kraft. Aber Kraft kostet alles – auch das Verharren im Alten. Willst du deine Energie weiter in das bekannte Unglück stecken – oder in das unbekannte Glück?
Wenn du das Gefühl hast, dich bremst etwas – ohne, dass du sagen kannst, was es ist – dann ist es auch deine Verantwortung, dort hinzuschauen. Statt dich abzufinden mit einem Leben, das sich innerlich leer anfühlt.
Was also kannst du tun?
Stell dir vor, du bist 90 Jahre alt. Du liegst auf deinem Sterbebett. Und du schaust zurück. Auf Jahrzehnte wo du nichts bereut hast.
Nimm einen Bleistift und schreibe in der Retrospektive auf. Mach es so konkret wie nur irgendwie möglich: Wie sahen die letzten Jahrzehnte konkret aus? Was hast du Schritt für Schritt getan, damit du nichts bereust? Wie hat es sich angefühlt– emotional, körperlich, zwischenmenschlich? Mit wem warst du? Was war dir wichtig? Mach es groß, bunt und schön.
Schreibe aus der Sicht der alten Frau oder des alten Mannes, der du einmal sein wirst. Und nimm die aufgeschriebene Geschichte als dein Leitfaden für die nächsten Entscheidungen, für die nächsten Jahre. Und dann – entscheide dich. Heute. Für dich.
Liebe Grüße Julian
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